Was Euch bei uns erwartet - ein kleiner Theoriekurs

In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen einen Überblick über einige Übungen geben, die Sie und Ihr Hund bei uns in den Welpen- und Anfängerkursen lernen. Die Methoden, wie sie in den folgenden Ausführungen beschrieben sind, stellen eine Möglichkeit dar, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Hund eine bestimmte Übung erlernen können. Da aber jeder Hund so wie auch jeder Mensch verschieden ist, können diese Methoden bei dem einen Hund/Mensch-Team zielführend sein, bei anderen führen möglicherweise andere Arbeitsweisen zum Erfolg. Für eine individuelle Beratung, wie Sie mit Ihrem Hund am besten das gewünschte Ergebnis erzielen, stehen wir Ihnen gerne in unseren Kursen zur Verfügung.

Die einzelnen Übungen umfassen die Anforderungen, die bei den Begleithund-Prüfungen (BgH-A, BgH-1, BgH-2, BgH-3) verlangt werden. Bitte beachten Sie, dass diese Übungen nicht alle für ein Beginner-Training geeignet sind, sondern in ihrem Schwierigkeitsgrad deutlich verschieden sind.

Die einzelnen Lernschritte haben wir in den Beschreibungen angeführt. Für eine erfolgreiche Ausbildung ist es wichtig, dass Sie mehrmals täglich wenige Minuten mit Ihrem Hund üben. Konzentrieren Sie sich dabei auf ein bis zwei Aufgaben, und trainieren Sie niemals immer das gesamte Programm durch. Und vor allem: Lassen Sie sich nicht von unnötigem Ehrgeiz leiten! Geben Sie Ihrem Hund die Zeit, die er braucht, um die Übungen zu lernen, und überfordern Sie ihn nicht. (siehe "10 Regeln der Hundeschulung")

Falls Sie an weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten für Sie und Ihren Hund interessiert sind, dann werfen Sie einen Blick in den Abschnitt "Kursangebot" oder "Prüfungsordnungen und Hundesport". Dort finden Sie Informationen zu weiteren Hundesportarten, die bei uns angeboten werden (Obedience, Agility, Breitensport, Flyball oder Fährte).

 Die Übungen:

 1. Fuß gehen, Tempowechsel
 2. Wendungen in der Bewegung
 3. Hinsetzen
 4. Hinlegen
 5. Hinstellen
 6. In einer Position (Sitz/Platz/Steh) bleiben
 7. Alleine lassen
 8. Hinsetzen/Hinlegen/Hinstellen und vom Hund entfernen
 9.  Absetzen/Ablegen/Abstellen aus der Bewegung
10. Hereinrufen
11. 10 Minuten ablegen
12. Freifolge
13. Bringen
14. Voran senden

 

 

1. Fuß gehen 

   So soll es aussehen:
Der Hund sollte bei dieser Übung an der linken Seite des Hundeführers gehen, mit der (Hunde-) Schulter auf Kniehöhe des Hundeführers. Die Leine hängt locker durch. Bei jeder Änderung der Richtung oder der Gangart (schnell, normal, langsam) wird das Hörzeichen "Fuß" gegeben. Wenn der Hundeführer anhält, setzt sich der Hund automatisch (ohne Hörzeichen) neben den Hundeführer gerade an dessen linke Seite.
  Die einzelnen Lernschritte:
Da der Hund anfangs noch nicht weiß, was Sie von ihm wollen, müssen Sie ihm zuerst verständlich machen, was "Fuß" heißt. Dazu nehmen Sie Futter oder Spielzeug zur Hand, und halten es beim Gehen auf Kniehöhe ganz knapp vor die Hundenase, sodass der Hund automatisch auf der richtigen Höhe mitkommt.
Geht der Hund richtig - am Anfang nur wenige Schritte - müssen Sie ihn in diesem Moment loben. Die Bestätigung muss also erfolgen, solange der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Bestätigen Sie den Hund zu spät (er zieht wieder, konzentriert sich auf andere Hunde), würden Sie mit einem Lob die unerwünschte Handlung unterstützen.
Anfangs gehen Sie nur ein paar Schritte und bestätigen den Hund. Die Distanz wird langsam erhöht. Wenn das funktioniert, beginnen Sie, die Hand mit dem Futter/Spielzeug immer wieder von der Hundenase zu entfernen und halten Sie knapp vor Ihrem Körper auf Bauchhöhe. In dieser Phase ist das Lob zur richtigen Zeit (solange der Hund sich auf Sie konzentriert, weiter an der richtigen Position geht, nicht zum Futter/Spielzeug hochspringt) besonders wichtig. In einem nächsten Schritt werden Sie schließlich das Futter/Spielzeug so halten, dass es der Hund nicht immer sehen muss und trotzdem aufmerksam und auf Sie konzentriert neben Ihnen geht.
 
 

 

Bei der korrekten Fußarbeit soll sich der Hund sobald Sie anhalten, neben Sie an der linken Seite hinsetzen. Diese Position heißt "Grundstellung" (der Hund muss dazu die Übung "Sitz" schon beherrschen). Zu Beginn geben Sie als Hilfe das Hörzeichen "Sitz" (siehe Übung "hinsetzen"), später kann das Hörzeichen entfallen, und der Hund setzt sich automatisch hin, sobald Sie stehen bleiben. Einige Hunde neigen dazu, sich in der Grundstellung nicht parallel zum Hundeführer zu setzen, sondern weichen mit dem Hinterteil weg. Achten Sie daher besonders darauf, dass der Hund gerade neben Ihnen sitzt, und helfen Sie ihm wenn nötig (Üben Sie neben einer Hausmauer; oder führen Sie die Hand vor dem Hinsetzen kurz nach außen, damit dreht der Hund seinen Kopf nach links und automatisch sein Hinterteil nach rechts).

 

Achtung:

Beenden Sie das Fußgehen nicht immer mit einer Grundstellung, denn so würden Sie ihn nur für das Hinsetzen am Ende loben, nicht aber für das Fußgehen davor! Das heißt, loben und bestätigen Sie den Hund abwechselnd auch immer wieder aus dem Gehen heraus.
Sobald Ihr Hund verstanden hat, was "Fuß gehen" bedeutet, können Sie anfangen, das Tempo beim "Fuß gehen" zu variieren. Beginnen Sie mit langsamen Tempowechseln und steigern Sie die Tempounterschiede schrittweise. Beim Laufschritt neigen viele Hunde zu Beginn dazu, vor Begeisterung hochzuspringen, loszurennen oder wegzuweichen. In diesem Falle beginnen Sie mit den Temposteigerungen sehr langsam, und achten Sie darauf, dass Sie den Hund niemals für ein Hochspringen belohnen! Andere Hunde wiederum beginnen beim Laufschritt zurückzubleiben. Machen Sie hier nicht den Fehler und verringern Sie Ihr Tempo ebenfalls, sondern versuchen Sie den Hund aktiv und positiv zu ermuntern, und beschleunigen Sie Ihre Gangart. Und wieder ist das Loben im richtigen Moment äußerst wichtig: loben Sie den Hund erst aber dafür sofort, wenn er auf Ihrer Höhe ist.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Kein, zu wenig oder zu schwaches Lob, zu wenig Motivation
  • Das Motivationsobjekt wird nicht eng neben dem Körper gehalten, daher geht der Hund nicht eng an der Seite.
  • Gehen mit gespannter Leine. Der Hund würde in diesem Fall das Fußgehen mit dem Zug am Halsband verknüpfen, und Sie hätten große Schwierigkeiten beim späteren Fußgehen ohne Leine (Freifolge).
  • Lob im falschen Moment (z.B. wenn der Hund springt) oder der Hund wird nicht aufmerksam genug beobachtet. Fehler werden so übersehen, oder es wird zu spät reagiert, sodass unerwünschte oder falsche Verknüpfungen entstehen können.
  • Beim Entfernen der Hand von der Hundenase beginnt der Hund Richtung Hand hochzuspringen. In diesem Fall muss die Hand höher gehalten werden, so hoch, dass der Hund nicht hingelangen kann. In dem Moment, in dem er nicht springt, muss er dann sofort überschwänglich gelobt werden.
  • Wenn der Hund nachhängt wird der Hundeführer ebenfalls langsamer statt schneller
  • Jedes Fußgehen wird mit einer Grundstellung beendet und der Hund wird immer nur in dieser Position gelobt.

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2. Wendungen im Fuß gehen

Prinzipiell sollte der Hund immer auf seinen Hundeführer konzentriert sein, sodass er rechtzeitig bemerkt, wenn dieser eine Wendung ausführt. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie den Hund vor der Wendung auf sich aufmerksam machen, indem Sie ihn ansprechen, mit Spielzeug oder Futter motivieren usw.

 Rechts um
Der Hundeführer macht eine 90 Grad Drehung nach rechts und geht in der neuen Richtung weiter. Die Drehung sollte eng (kein Bogen) und möglichst schnell ausgeführt werden (aber dabei nicht den Hund verlieren!).

Links um
Der Hundeführer macht eine 90 Grad Wendung nach links und geht in dieser Richtung weiter. Bei dieser Wendung ist es wichtig, dass Ihr Hund aufmerksam ist. Versuchen Sie nicht, Ihren Hund "nieder zu rennen", "weg zu drängen" oder "zu überholen" ... das eine führt zur Kollision zwischen Hund und Hundeführer, das andere resultiert in einem Wettrennen, bei dem meistens der Hund gewinnt! Neben der Grundvoraussetzung, dass Ihr Hund aufmerksam geht, sollten Sie außerdem versuchen, ihm mit Körpersprache (z.B. durch Linksdrehen der Schultern) anzuzeigen, dass eine Wendung nach links kommt.
 
Rechts kehrt
Der Hundeführer dreht sich 180 Grad nach rechts und geht in die Gegenrichtung weiter. Der Hund wird dabei an der Außenseite mitgenommen. Wichtig ist hier, keinen Bogen zu gehen, sondern eine enge Wendung am Stand auszuführen. Konzentrieren Sie sich gut auf Ihren Hund, damit er eng bei Ihnen bleibt.

Links kehrt
Bei dieser Kehrtwendung macht der Hund die gleiche Bewegung wie bei der Rechts-Kehrtwendung, geht also außen um den Hundeführer herum, nur dreht sich der Hundeführer dabei links herum. Der Hundeführer übergibt dabei die Leine in die rechte Hand, macht eine Drehung nach links um 180 Grad, übergibt am Rücken die Leine wieder in die linke Hand und geht in der Gegenrichtung weiter. Der Hund geht gleichzeitig einen Halbkreis nach rechts um Sie herum und macht dabei nichts anderes, als bei der einfacheren Rechtskehrtwendung. Da der Hund für kurze Zeit aus dem Blickfeld des Hundeführers weicht, "vergessen" viele unerfahrene Hundeführer den Hund am Ende der Drehung korrekt mitzunehmen. Sie sollten daher anfangs den Hund gleich nach der Wendung mit einem Leckerbissen bestätigen. Er wird dadurch die Wendungen sehr schnell und eng ausführen.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Der Hundeführer macht keine Drehung auf der Stelle, sondern geht im Bogen.
  • Der Hundeführer vergisst, den Hund ausreichend zu motivieren und der Hund weicht in Folge zu weit weg.
  • Der Hundeführer beginnt die Wendung, während der Hund sich gerade auf anderes konzentriert.
  • Der Hundeführer "verliert" den Hund während der Links-Kehrtwendung.
  • Der Hund ist nicht aufmerksam genug und der Hundeführer versucht bei der "links um" Wendung durch immer schnelleres Gehen am Hund vorbeizukommen.
  

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3. Hinsetzen

 So soll es aussehen:
Auf das Hörzeichen "Sitz" setzt sich der Hund sofort hin und bleibt so lange sitzen, bis der Hundeführer ihn freigibt oder etwas anderes verlangt. Der Hund soll dabei ruhig sitzen und nicht herumrutschen, sich drehen etc.

 

Die einzelnen Lernschritte:
Sie nehmen einen Belohnungshappen, führen ihn über den Kopf des Hundes in Richtung seines Rückens und geben, wenn der Hund beginnt, sich zu setzen, das Hörzeichen "Sitz". Wenn er sitzt, bekommt er sofort das Leckerli.
Hat der Hund verstanden, was Sie von ihm wollen, können Sie die Hilfen langsam abbauen. In einem ersten Schritt entfernen Sie die Hand von der Hundenase und deuten die Bewegung nur an, indem Sie die Hand heben. Später können Sie dann das Sichtzeichen ganz reduzieren und nur noch das Hörzeichen geben.

 

 

Die Übung "Sitz" sollten Sie in verschiedenen Positionen zu ihrem Hund üben. Das heißt, der Hund soll sowohl gegenüber als auch parallel neben Ihnen ("Grundstellung") sitzen können.Achten Sie darauf, dass der Hund in der Grundstellung schon in der Lernphase immer gerade und parallel sitzt. Mit dem Leckerli können Sie die Position gut beeinflussen.
Darüber hinaus sollten Sie schon bald darauf achten, dass Ihr Hund sich möglichst rasch setzt. Dazu sollte Ihr Hund erstens aufmerksam sein, wenn Sie ein "Sitz" von ihm verlangen, und sich z.B. nicht gerade andere Hunde beobachten. Zweitens sollten Sie Spannung aufbauen, das heißt Ihren Hund richtig "heiß" auf ein Leckerli oder das Spielzeug machen. Und drittens sollten Sie selbst Ihre Hilfe also das Sichtzeichen auch dynamisch und rasch ausführen und den Hund durch Ihre Handbewegung "mitziehen".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Es werden die Hilfen nicht lange genug gegeben.
  • Der Hund sitzt in der Grundstellung schief, nicht parallel in Blickrichtung des Hundeführers.
  • Der Hund sitzt nicht, sondern hockt nur, z.B. wenn der Boden nass ist.
  • Der Hund ist nicht auf den Hundeführer konzentriert.

 

 

 

 

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4. Hinlegen

 So soll es aussehen:
Auf das Hörzeichen "Platz" legt sich der Hund sofort hin und bleibt so lange liegen, bis der Hundeführer ihn freigibt oder etwas anderes verlangt. Der Hund soll dabei ruhig liegen und nicht robben, herumrutschen etc.

Die einzelnen Lernschritte:
Sie nehmen ein Leckerli zur Hand und führen dieses vor dem Hund in Richtung der Vorderpfoten des Hundes zum Boden.
 

Sobald der Hund liegt, geben Sie das Hörzeichen "Platz" und der Hund bekommt den Leckerbissen. Auch hier bauen Sie die Hilfen langsam und schrittweise ab. Zuerst reduzieren Sie langsam das Sichtzeichen (die Handbewegung zum Boden), Sie deuten die Bewegung nur noch an. Schlussendlich können Sie das Sichtzeichen ganz weglassen, und der Hund wird sich schließlich alleine auf das Hörzeichen "Platz" sofort hinlegen. Wie das Hinsetzen sollten Sie auch das Hinlegen in verschiedenen Positionen zum Hund üben, also gegenüber von ihm oder neben ihm aus dem Fußgehen heraus.
Darüber hinaus sollten Sie schon bald darauf achten, dass Ihr Hund sich möglichst rasch hinlegt. Dazu sollte Ihr Hund erstens aufmerksam sein, wenn Sie ein "Platz" von ihm verlangen, und sich z.B. nicht gerade andere Hunde beobachten. Zweitens sollten Sie Spannung aufbauen, das heißt Ihren Hund richtig "heiß" auf ein Leckerli oder das Spielzeug machen. Und drittens sollten Sie selbst Ihre Hilfe also das Sichtzeichen auch dynamisch und rasch ausführen und den Hund durch Ihre Handbewegung "mitziehen".

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Der Hund legt sich nicht hin, und Sie sagen das Hörzeichen "Platz" mehrfach, anstatt das Hörzeichen erst zu geben, wenn sich der Hund legt.
  • Sie lassen dem Hund keine Zeit und sind ungeduldig.
  • Der Hund legt sich nicht gleich, und Sie bewegen die Hand mit dem Futter immer weiter vom Hund weg. Dadurch beginnt der Hund nachzugehen oder nachzurobben.
  • Sie belohnen den Hund, obwohl er sich nicht ganz hinlegt sondern das Hinterteil in der Luft lässt.
  • Der Hund ist nicht auf den Hundeführer konzentriert.
  • Sie üben das "Platz" immer nur aus dem Sitzen, der Hund lernt daher die Bewegung ins "Platz" nur über das "Sitz" als Zwischenschritt. Die Bewegung zum "Platz" ist so nicht eine Bewegung sondern besteht aus zwei Teilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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5. Hinstellen

 So soll es aussehen:
Auf das Hörzeichen "Steh" bleibt der Hund sofort stehen und bleibt so lange in dieser Position, bis der Hundeführer ihn freigibt oder etwas anderes verlangt. Der Hund soll dabei ruhig stehen und keine Pfote bewegen.
Die einzelnen Lernschritte:
Ihr Hund geht bei Fuß. Gleichzeitig mit dem Hörzeichen "Steh" (lang gezogen und ruhig ausgesprochen) führen Sie die rechte Hand mit Futter vor seinen Kopf, sodass er den Kopf nicht heben muss (das würde ihn zum Hinsetzen verleiten). Wenn der Hund trotzdem nicht steht, sondern sich hinsetzt, kann es manchmal helfen, ihm sanft unten am Bauch zu kraulen. Aber Vorsicht! Sie sollten den Hund dabei keinesfalls Bedrohen, indem Sie sich kompliziert über ihn beugen oder ihn grob am Hinsetzen hindern! Der Hund soll beim "Steh" ruhig stehen und keinen Schritt vor, zurück oder seitlich machen.
Oder: Im Sitzen motivieren Sie Ihren Hund durch leichtes (!) Anheben des Bauches zum Aufstehen. Sobald der Hund aufsteht geben Sie das Hörzeichen "Steh" und belohnen den Hund.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Der Hundeführer macht die gleiche Bewegung wie beim Anhalten oder Absetzen
  • Fahrige Bewegung des Hundeführer
  • Das Hörzeichen "Steh" wird nicht beruhigend sondern aufmunternd gesprochen
  • Die zusätzlichen Hilfen werden nicht lange genug gegeben
  • Sie sind beim Aufstellen aus dem Sitz zu grob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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6. In einer Position (Sitz/Platz/Steh) bleiben

 Das "Bleiben" wird hier im "Platz" erklärt, gilt aber in der gleichen Weise für die Positionen "Sitz" oder "Steh".
Anfangs soll der Hund nur kurz liegen bleiben und schnell bestätigt werden. Die Dauer des Ablegens wird dann langsam erhöht. Wichtig ist, dass der Hund nie aufsteht, bevor Sie es wollen. Dazu sollten Sie von Anfang an ein Hörzeichen verwenden, das dem Hund erlaubt, die Position zu verlassen (z.B. "Frei", "Auf", "ok" etc.). Damit der Hund liegen bleibt, sollten Sie am Anfang die Hand, mit der Sie das Sichtzeichen gemacht haben, am Boden vor dem Hund lassen.

 

Mit der anderen Hand können Sie den Hund z.B. am Rücken kraulen. Sie können auch mehrere Futterstücke in die Hand nehmen, die der Hund nacheinander im Liegen bekommt. Später können Sie dazu übergehen, sich ruhig und langsam aufzurichten - die Hand immer noch vor der Schnauze des Hundes. Wenn der Hund liegen bleibt, sofort loben und freigeben. In einem nächsten Schritt können Sie nun beginnen, sich langsam neben dem Hund zu bewegen (ohne sich zu entfernen). Dabei am Anfang wieder die Hand vor der Schnauze des Hundes lassen. So konzentriert sich der Hund auf Ihre Hand, die ruhig bleibt, während Sie sich langsam bewegen. In kleine Schritten können Sie dann auch die Hand von der Schnauze des Hundes nehmen und sich immer weiter um den Hund bewegen, bis Sie eine ganze Runde um den Hund herumgehen können.
Wenn der Hund doch aufstehen sollte, dann dürfen Sie keinesfalls schimpfen! Denn in den meisten Fällen hat nicht der Hund den Fehler gemacht, sondern Sie, weil Sie zu viel von ihm verlangt haben! Stellen Sie sich auf Ihren Hund und sein Temperament ein. Sehr aktiven Hunden fällt es sehr oft schwer, lange liegen zu bleiben. Hier sind winzige Momente große Fortschritte! Gerade bei dieser Übung ist es besonders wichtig, den Hund nicht zu überfordern. Wenn er schon 2 Sekunden liegen bleiben kann, dann verlangen Sie im nächsten Schritt nicht gleich 1 Minute. Geduld macht sich vor allem bei dieser Übung bezahlt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

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7. Alleine Lassen

 So soll es aussehen:
Sie hängen Ihren Hund an einem Pfosten/Haken/Baum an, entfernen sich von ihm und gehen außer Sicht (irgendwohin, wo Ihr Hund Sie nicht sehen kann). Der Hund muss nicht in einer bestimmten Position bleiben, sondern darf stehen, liegen, sitzen und auch die Positionen wechseln, wie er will. Er soll sich in Ihrer Abwesenheit ruhig verhalten, also nicht wild an der Leine zerren, die Leine durchbeißen, bellen oder heulen. Nach ca. 10 Minuten gehen Sie zu Ihrem Hund zurück.

Die einzelnen Lernschritte:
Beginnen Sie damit, Ihren Hund irgendwo anzuhängen, und entfernen Sie sich zwei Schritte und nur ganz kurz. Verhält sich Ihr Hund ruhig, gehen Sie zu ihm zurück und loben Sie ihn ausgiebig. Erhöhen Sie die Entfernung und Zeit langsam und je nach dem, wie gut Ihr Hund mit Ihrer Abwesenheit umgehen kann. Bleibt er unter Blickkontakt ruhig und schon einige Minuten alleine, dann beginnen Sie, sich beim Warten in Entfernung umzudrehen.
In einem nächsten Schritt können Sie dann bald kurz außer Sicht gehen. Wichtig ist bei der Übung, dass Sie immer dann zu Ihrem Hund zurückgehen, wenn er sich noch ruhig verhält. Gehen Sie zu ihm zurück, wenn er bellt, dann belohnen Sie sein Bellen!! Achtung: auch ein Umdrehen und Anreden des Hundes ist in einer solchen Situation schon Aufmerksamkeit und Belohnung für den Hund!
Haben Sie einen Hund, der nicht gerne alleine bleibt und daher bellt, dann gehen Sie nur so weit von Ihrem Hund weg, wie er es verkraften kann, also solange er noch nicht bellt. Möglicherweise ist das zu Beginn nur ein Schritt. Erhöhen Sie Entfernung ganz langsam und in dem Tempo, wie sich Ihr Hund wohl fühlt.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Sie gehen zu schnell zu weit weg oder außer Sicht und Ihr Hund bellt durchgehend.
  • Ihr Hund bellt manchmal, und Sie gehen genau dann zu ihm zurück, wenn er gerade wieder bellt.
  • Ihr Hund beginnt zu bellen, und Sie wenden sich ihm zu.
  • Sie befestigen Ihren Hund nicht gut, und er kann sich losmachen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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8. Hinsetzen/Hinlegen/Hinstellen und vom Hund entfernen

Die folgenden Ausführungen betreffen das Hinlegen und Entfernen, sind aber in gleicher Weise auf das Hinsetzen und Hinstellen und Entfernen anwendbar (dann nur mit dem Hörzeichen "Sitz" beziehungsweise "Steh").
Wenn der Hund die Übung "Platz" beherrscht und auch schon liegen bleiben kann, dann können Sie zur nächsten Anforderung übergehen. Legen Sie den Hund mit dem Hörzeichen "Platz" ab. Geben Sie dabei die Hilfen, die Ihr Hund braucht. Treten Sie einen kleinen Schritt zur Seite und sofort wieder zurück, loben Sie den Hund. Vergrößern Sie die Distanz nur langsam. Loben Sie den Hund immer sehr ruhig, bei sehr aufmunterndem Lob könnte er aufspringen.

 

Sobald das gut funktioniert, beginnen Sie, um den Hund herum zu gehen, steigen Sie über ihn und wieder zurück, gehen Sie am Hund vorbei und bleiben Sie hinter ihm stehen etc. Sie sollten außerdem die Übung nicht immer nach dem Zurückkommen beenden. Vielmehr sollten Sie öfters den Hund nur loben, ein Stück Futter geben und nochmals weggehen. So lernt der Hund, dass die Übung nicht beendet ist, sobald Sie zurückkommen, sondern er lernt, dass das Liegen an sich die gewünschte Übung ist.
Gerade bei dieser Übung brauchen Sie viel Feingefühl für Ihren Hund und gute Beobachtungsgabe. In der Lernphase steht der Hund meist dann auf, wenn Sie zu lange oder zu weit weg gegangen sind. Daher gilt besonders hier: überfordern Sie Ihren Hund nicht, geben Sie ihm Zeit, zu lernen. Je weniger oft der Hund in der Übungsphase aufsteht, desto sicherer wird er später liegen bleiben.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Der Hundeführer macht hektische, nervöse Bewegungen, statt sich ruhig und langsam zu bewegen.
  • Der Hund wird nicht aufmerksam genug beobachtet und kann sich bewegen oder gar erheben.
  • Am Beginn der Übung bewegt man sich nur im Blickfeld des Hundes, später verweilt man auch hinter ihm. Eine Drehung des Kopfes wird dem Hund gestattet, seine Lage darf er jedoch nicht verändern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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9. Absetzen/Ablegen/Abstellen aus der Bewegung

 Die folgenden Ausführungen betreffen das Ablegen aus der Bewegung, sind aber in gleicher Weise auf das Absetzen und Abstellen aus der Bewegung anwendbar (dann nur mit dem Hörzeichen "Sitz" bzw. "Steh").

So soll es aussehen:
Der Hundeführer geht mit seinem aufmerksam bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Auf das Hörzeichen "Platz" legt sich der Hund schnell und gerade (in Fahrtrichtung) hin und bleibt ruhig liegen. Der Hundeführer geht dabei weiter, ohne die Gangart zu unterbrechen oder sich umzusehen.
Nach ca. 20 Schritten bleibt der Hundeführer stehen und dreht sich zum Hund. Nach einer kurzen Pause geht der Hundeführer zu seinem Hund zurück und geht rechts am Hund vorbei und hinter ihm herum, oder stellt sich von vorne rechts neben den Hund, der dann an seiner linken Seite liegt.

 

 

 

 

 

 

 

Die einzelnen Lernschritte:
Voraussetzung für diese Übung ist, dass der Hund die Übung "Platz" beherrscht, liegen bleibt, und Sie sich entfernen können. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass der Hund die Position "Platz" relativ rasch einnimmt, also nicht eine halbe Minute braucht, bis er liegt. Denn nur, wenn er sich verlässlich und rasch hinlegt, können Sie sich ohne Bedenken entfernen. Kann er die Übung "Platz" nicht sicher, kann es sein, dass Ihr Hund nachgeht, sich nur hinsetzt, sich ganz woanders hin entfernt etc.
Beginnen Sie diese neue Übung damit, dass Sie mit dem Hund ein kurzes Stück fuß gehen, und legen Sie ihn dann ab. Dabei unterstützen Sie den Hund selbstverständlich mit Hilfen (Sichtzeichen, Körpersprache) und bleiben kurz aber so lange beim Hund, bis er liegt. Erst dann gehen Sie ein/zwei und später ein paar Schritte weiter.

Achtung:
Am Anfang ist es nicht wichtig, weit vom Hund wegzugehen. Vielmehr sollten Sie nach dem erfolgreichen Ablegen nur wenige Schritte vom Hund weggehen, dann sofort umdrehen und den Hund kräftig loben. Denn die Übung ist, dass der Hund sich rasch hinlegt und Ihnen nicht nachgeht, wenn Sie von ihm weggehen. Das weite Entfernen vom Hund ist eine andere Aufgabe, die Sie extra üben (siehe Übung 6.). Das richtige Verhalten des Hundes ist daher, das rasche Hinlegen und Liegen bleiben, obwohl Sie sich entfernen. Und dieses richtig Verhalten gehört wie immer rasch bestätigt, damit der Hund versteht, wenn er sich richtig verhalten hat.
Die notwendigen Hilfen müssen dann in einem nächsten Schritt immer weiter reduziert werden. Sie bleiben also immer kürzer beim Hund stehen, bis er liegt. Schließlich können Sie im Gehen, ohne stehen zu bleiben, den Hund ablegen. Dann bauen Sie langsam die Sichtzeichen ab, bis der Hund sich alleine auf das Hörzeichen sofort hinlegt Parallel erhöhen Sie die Anzahl der Schritte, die Sie sich vom Hund entfernen auf bis zu 20 Schritte. Und Sie beginnen, nach dem Entfernen nicht sofort zum Hund zurückzugehen, sondern eine Weile stehen zu bleiben, während der Hund liegt.
Beim Zurückgehen zum Hund sollten Sie rechts am Hund vorbei und hinter ihm herum gehen, oder sich von vorne rechts neben den Hund stellen, der dann an Ihrer linken Seite liegt. Loben Sie dann den Hund aus dem Liegen heraus. So vermeiden Sie, dass der Hund schon aufspringt, wenn Sie sich ihm nur nähern.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Der Hundeführer geht weiter, ohne dass der Hund richtig liegt
  • Der Hundeführer bleibt nach dem Ablegen zu lange beim Hund stehen
  • Der Hund liegt nicht gerade in Gehrichtung
  • Der Hundeführer macht zu hastige Bewegungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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10. Hereinrufen

 So soll es aussehen:
Der Hundeführer legt den Hund aus der Bewegung ab (siehe Übung 9), geht ca. 20 Schritte weiter und macht kehrt. Er steht dem Hund nun gegenüber. Der Hundeführer ruft den Hund mit dem Hörzeichen "Hier" zu sich, worauf der Hund schnell hereinkommen und sich gerade vor den Hundeführer setzen soll.
Mit dem Hörzeichen "Fuß" gehtder Hund hinten um den Hundeführer herum und setzt sich an dessen linke Seite in Grundstellung.
 Die einzelnen Lernschritte:
Das Hereinrufen üben wir in einzelnen Teilen schon mit den Welpen. Dabei Sie sich, während der Hund von einer anderen Person gehalten wird. Dann drehen Sie sich zum Hund und rufen ihn mit freundlicher Stimme und einem "Hier" zu sich.
Ist der Hund bei Ihnen angelangt, wird er sofort (ohne Vorsitzen) gelobt und mit Futter/Spielzeug bestätigt. Ziel ist in dieser ersten Phase, dass der Hund so rasch wie möglich zu Ihnen kommt.

In einer extra Übung erklären Sie dem Hund später das Vorsitzen. Dazu stellen Sie sich in einiger Entfernung zum Hund auf (mit leichter Grätsche) und halten einen Leckerbissen mit beiden Händen zwischen den gegrätschten Beinen und in Schnauzenhöhe des Hundes. Dann wird der Hund gerufen. Sobald der Hund bei Ihren Händen angelangt ist, ziehen Sie die Hände mit dem Futter leicht in die Höhe und geben gleichzeitig das Hörzeichen "Sitz". Der Hund wird den Futterhänden nachsehen und sich automatisch hinsetzen. Sobald der Hund vor Ihnen sitzt, wird er sofort gelobt. Am Anfang sitzen die Hunde oft nicht sehr nahe vor dem Hundeführer. Achten Sie daher, dass der Hund schrittweise immer näher kommt und knapp vorsitzt.
Wichtig ist dabei Ihre Körpersprache: wenn Sie den Hund mit vorgebeugtem Oberkörper und wild gestikulierend empfangen, wird er sich sicher bedroht fühlen und weder schnell noch nahe zu Ihnen kommen. Bleiben Sie daher möglichst aufrecht stehen, und lassen Sie den Hund zu sich kommen, nicht Sie kommen zum Hund! Ein häufiges Problem beim Vorsitzen ist, dass der Hund nicht gerade vorsitzt. Achten Sie also darauf, dass sie das Futter in beiden Händen halten, und gehen Sie wenn nötig ein paar Schritte gerade zurück, sodass der Hund sich im Mitkommen gerade vor Ihnen einrichtet, und setzten Sie ihn erst dann hin.

In einer weiteren extra Übung trainieren Sie das "in Grundstellung gehen". Auch hier nehmen Sie einen Leckerbissen oder ein Spielzeug zur Hand und führen den Hund damit hinten Ihren Beinen herum an Ihre linke Seite.
Dort wird der Hund sofort bestätigt. In einem nächsten Schritt soll sich der Hund am Ende an Ihrer linken Seite hinsetzen und wird erst dann gelobt. Das Hörzeichen dazu ist "Fuß".
Sobald der Hund alle Phasen beherrscht, können Sie die drei Teile zusammensetzen. Aber üben Sie fortan nicht immer nur die gesamte Aufgabe vom Hereinrufen bis zur Grundstellung. Beenden Sie die Übung immer wieder nach Einzelteilen, sonst loben Sie Ihren Hund immer nur am Ende für die Grundstellung. Es könnte dann passieren, dass der Hund die einzelnen Teile schlampig oder gar nicht ausführt, also langsam hereinkommt, möglicherweise gar nicht mehr vorsitzt, sondern gleich in Grundstellung geht.
Auf keinen Fall dürfen Sie beim Hereinkommen Zwang anwenden. Der Hund wird sonst nur sehr langsam und lustlos oder möglicherweise gar nicht zu Ihnen kommen.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Der Hund kommt langsam und lustlos
  • Der Hund sitzt schief vor
  • Der Hund sitzt nicht knapp vor dem Hundeführer
  • Die Pausen werden vergessen, die Übung wird zu hastig gemacht
  • Der Hund sitzt am Ende in der Grundstellung nicht parallel zum Hundeführer
  • Der Hund kennt den Ablauf der Übung und sitzt nicht vor, sondern geht gleich in Grundstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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11. 10 Minuten ablegen

 So soll es aussehen:
Für diese Übung legt der Hundeführer den Hund aus der Grundstellung ab, entfernt sich bis zu 30 Schritte, bleibt stehen und macht kehrt. Mit Blick zum Hund bleibt der Hundeführer nun in dieser Entfernung für 10 Minuten stehen, der Hund bleibt die ganze Zeit ruhig liegen. Auch unter Ablenkung durch vorbeigehende Menschen oder Menschen mit Hunden bewegt sich der Hund nicht.
Nach 10 Minuten geht der Hundeführer zum Hund zurück und stellt sich an dessen rechte Seite in Grundstellung (hinten herum oder von vorne dazustellen). Der Hund liegt immer noch ruhig. Auf das Hörzeichen "Sitz" hat sich der Hund rasch und gerade neben dem Hundeführer aufzusetzen.
Die einzelnen Lernschritte:
Voraussetzung für diese Übung ist, dass Ihr Hund die Übung 8 "Ablegen und Entfernen vom Hund" schon beherrscht. Die Schwierigkeit bei dieser Übung ist dann nur noch, dass der Hund über einen so langen Zeitraum liegen bleiben muss. Bauen Sie die Übung also langsam auf, wie unter Übung 8 beschrieben.
Besonders wichtig ist bei dieser Übung, dass Sie den Hund immer schon im Liegen loben!! Denn wenn Sie ihn erst am Ende - wenn er sitzt - bestätigen, wird er sich bald selbständig aufsetzen, sobald Sie zurückkommen oder neben ihm stehen, und nicht liegen bleiben. Auch hier sollten Sie den Hund oft ohne Aufsetzen auslösen, d.h. aus dem Liegen heraus spielen.
Bei dieser Übung sollten Sie vor allem zu Beginn aber auch später immer wieder während des Abliegens zum Hund zurückgehen, ihn loben und nochmals weggehen, ohne dass er aufstehen darf. Dadurch lernt der Hund erstens, dass Ihr Zurückkommen die Übung nicht beendet, zweitens loben Sie ihren Hund im Liegen ohne mit dem Lob eine andere Übung (z.B. Aufsetzen) oder das Beenden der Übung zu verbinden, und drittens bleibt Ihr Hund aufmerksam, weil er den Moment nicht verpassen will, in dem Sie zum ihm kommen und ihn belohnen.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Der Hundeführer geht weg, bevor der Hund richtig liegt
  • Der Hundeführer lässt sich ablenken und beobachtet den Hund nicht dauernd
  • Der Hund wird überfordert und die Übung nicht langsam aufgebaut. Das heißt, sowohl die Entfernung als auch die Ablegezeit soll langsam bis zum Endziel (30 Schritte, 10 Minuten) gesteigert werden.
  • Der Hund steht schon auf, wenn sich der Hundeführer nähert und bevor der Hundeführer das Hörzeichen "Sitz" gibt.
  • Der Hund wird immer nur am Ende der Übung bestätigt und lässt sich daher während der Übung durch andere interessante Dinge ablenken, oder er beendet die Übung selbst ohne Ihr Zutun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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12. Freifolge

Wenn Sie dem Hund die Leinenführigkeit richtig beigebracht haben, stellt die Freifolge kein Problem dar. Es ist hier kein eigener Übungsaufbau notwendig, sondern Sie üben einfach immer wieder das Fußgehen auch ohne Leine. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf Ihren Hund, und bemühen Sie sich um seine Aufmerksamkeit.
Ist der Hundeführer beim Lernen des Fußgehens jedoch immer mit gespannter Leine gegangen ohne die Aufmerksamkeit des Hundes an sich zu binden, wird die Freifolge nicht gut gehen. Denn der Hund hat gelernt, das Fußgehen mit dem Zug am Halsband zu verbinden. In diesem Fall sollte die Leinenführigkeit neu aufgebaut werden, bevor mit der Freifolge begonnen werden kann.
Als Vorstufe zur Freifolge hat sich auch die Schleppleine gut bewährt. Der Hundeführer lässt diese Leine einfach fallen und der Hund ‚schleppt' sie nach (die Leine sollte in diesem Fall kein großes Gewicht haben). Die Schleppleine dient dabei eher zur Beruhigung des Hundeführers, denn wie schon gesagt, wenn der Hund eine schöne, aufmerksame Leinenführigkeit zeigt, beherrscht er auch die Freifolge. D.h. für den Hund macht das Fußgehen mit oder ohne Leine kaum einen Unterschied.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
  • Wenn der Hund nachhängt wird der Hundeführer ebenfalls langsamer statt schneller
  • Zu wenig und nicht gleichzeitig Lob, wenn der Hund richtig geht
  • Zu wenig Hilfe bei den Wendungen
  • Der Hund wird zu früh abgeleint, die Leinenführigkeit hat sich im Hund zu wenig gefestigt, oder der Hundeführer hat die Leinenführigkeit falsch aufgebaut
  • Zu wenig Motivation: Wenn der Hundeführer fröhlich und flott geht, wird der Hund aufmerksam folgen. Wenn der Hundeführer dahin schleicht, dann wird auch der Hund lustlos hinterher schleichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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13. Bringen

 So soll es aussehen:
Der Hund sitzt in Grundstellung neben uns. Wir werfen ein Bringholz ca. 10 Meter gerade vor uns, während der Hund ruhig neben uns sitzt. Auf das Hörzeichen "Bring" läuft der Hund rasch zum Bringholz, nimmt es auf, bringt es ohne daran zu kauen direkt zu uns und setzt sich mit dem Bringholz im Fang vor uns hin. Mit dem Hörzeichen "Aus" nehmen wir dem Hund das Bringholz ab, der es ohne Widerstand auslässt. Mit der Aufforderung "Fuß" geht der Hund in Grundstellung.
Bei der BgH 3 wirft der Hundeführer das Bringholz über eine Schrägwand und der Hund bringt das Holz über die Schrägwand.

 

Die einzelnen Lernschritte:
Die Übung "Bringen" gehört schon zu den schwierigeren Übungen und bedarf einer geduldigen Aufbauarbeit. Auch diese Aufgabe zerlegen wir in der Lernphase in viele Einzelteile: Als erstes beginnen wir im Spiel. Nehmen Sie ein festes Tuch, einen Schlauch, eine Beißwurst oder ein Spielseil zur Hand. Ziehen Sie dieses mit ruckartigen Bewegungen vom Hund weg. Mit diesen Bewegungen imitieren Sie eine Beute, und der Hund wird versuchen, die Beute zu ergreifen. Lassen Sie den Hund nach einiger Zeit (am Anfang nicht zu lange), wenn er sich am meisten bemüht, anbeißen. Es folgt das "Ziehspiel". Zeigen Sie sich nicht zu stark, sonst verliert der Hund die Lust an diesem Spiel. Am Ende überlassen Sie dem Hund die Beute.

 

Das Spiel mit dem Tuch wird in einem nächsten Schritt erweitert: Während Sie mit dem Hund um das Tuch rangeln, lassen Sie es los und gehen einige Schritte rückwärts. Der Hund wird Ihnen folgen, da ihm das Spiel großen Spaß macht, und er weiterspielen will. Wichtig ist, dass Sie den Hund bisher immer gewinnen ließen. Er muss so keine Angst um seine Beute haben und wird sie Ihnen gerne bringen. Würden Sie ihm das Spielzeug immer wegnehmen, würde er es schnell vor Ihnen in Sicherheit bringen. Auf keinen Fall sollten Sie dem Hund das Spielzeug mit Gewalt wegnehmen. Lässt der Hund das Spielzeug nicht gerne aus, dann tauschen Sie das Spielzeug gegen ein zweites Spielzeug oder ein Leckerli. Oder streicheln Sie den Hund so lange sehr ruhig - ohne die Beute anzufassen - bis er sie fallen lässt.
Wenn diese Übung immer gut funktioniert, ersetzten Sie das Beuteobjekt durch das Bringholz. Rangeln Sie mit Ihrem Hund um das Holz. Vorsicht: Das Bringholz ist hart! Tun Sie im Eifer des Gefechtes Ihrem Hund damit nicht weg - er könnte sich dies lange merken und das Aufnehmen des Holzes verweigern.
Das Bringholz ist von nun an etwas ganz besonderes, der Hund bekommt das Bringholz ohne Ausnahme nur dann, wenn wir mit ihm üben. So bleibt es für ihn etwas Besonderes und interessant.
Wenn Ihnen der Hund das Holz immer nachbringt, gehen wir zur nächsten Phase über: Werfen Sie das Bringholz. Der Hund wird, wenn Sie alle Schritte korrekt aufgebaut haben, dem Holz nachlaufen, es aufnehmen und Ihnen bringen. Geben Sie das Hörzeichen "Bring" in dem Moment, in dem Ihr Hund das Bringholz aufnimmt. Bringt der Hund das Holz nicht schnell und direkt zu Ihnen, dann motivieren Sie ihn durch rufen und weglaufen in die Gegenrichtung. Sobald der Hund bei Ihnen ist, spielen Sie mit ihm.

Nach unserem Vortraining sollte nun folgende Übung schon gelingen:

  1. Wir werfen das Bringholz
  2. Der Hund läuft zum Bringholz und nimmt es auf das Hörzeichen "Bring" auf
  3. Der Hund bringt das Holz zu Ihnen und will mit Ihnen spielen.
 Wenn der Hund die Übung so weit beherrscht, versuchen Sie den Hund, wenn er mit dem Holz zu Ihnen kommt, zum Vorsitzen zu bringen, ohne dass er das Holz fallen lässt. Sobald er sitzt muss sofort kräftiges Lob erfolgen.
Wenn die Übung bis hierher sitzt, kommt als nächster Schritt das Abnehmen des Holzes. Der Hundeführer ergreift beim vorsitzenden Hund das Bringholz, gibt das Hörzeichen "Aus" und nimmt dem Hund das Holz ab. Dies dürfte keine Schwierigkeit darstellen, da wir dem Hund beim Spielen bisher immer gewinnen ließen. Falls der Hund nicht auslässt, lenken wir ihn mit einem Spielzeug oder einem Futterbrocken ab.
Sobald diese Phase gut gefestigt ist und Ihr Hund gerne und rasch zum Bringholz läuft und es direkt zu Ihnen bringt, können Sie zur letzten Stufe übergehen: der Hund muss nun während des Werfens ruhig neben ihnen sitzen und erst auf Ihr Hörzeichen "Bring" zum Holz laufen und es Ihnen bringen. Dazu setzen nehmen Sie Ihren Hund in Grundstellung, verstärken die Position durch ein "Bleib" und halten ihn zusätzlich am Halsband. Bald können Sie die Hilfen (das "Bleib", das Halten am Halsband) abbauen.
Wie bei allen anderen Übungen sollten Sie auch beim Bringen, wenn der Hund die ganze Übung beherrscht, nicht immer die ganze Aufgabe nach Schema durchführen. Bauen Sie zwischendurch immer wieder Motivationsübungen ein, üben Sie nur Ausschnitte aus der gesamten Übung, beenden Sie die Übung immer an anderen Stellen etc. So behält der Hund die Freude an der Übung und wird immer mit voller Konzentration bei der Sache sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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14. Voran senden

So soll es aussehen:
Der Hundeführer geht mit seinem frei bei Fuß folgendem Hund 10 bis 15 Schritte geradeaus. Auf das Hörzeichen "Voran" hat sich der Hund in schnellerer Gangart und geradeaus vom Hundeführer zu entfernen, während der Hundeführer stehen bleibt. Der Hundeführer kann als Sichtzeichen den Arm richtungweisend nach vorne strecken.
Nachdem sich der Hund mindestens 30 Schritte entfernt hat, erfolgt das Hörzeichen "Platz". Auf dieses hat sich der Hund sofort hinzulegen und solange liegen zu bleiben, bis der Hundeführer seinen Hund abholt.

Die einzelnen Lernschritte:
Die Übung baut sich wie folgt auf. Zuerst legt der Hundeführer einen Leckerbissen oder ein Spielzeug auf eine für den Hund leicht zu erkennenden Unterlage. Der Hundeführer geht mit seinem Hund (den er am Halsband halten kann, damit er nicht gleich zum Leckerbissen zurückläuft) wenige Schritte von dieser Stelle weg, dreht sich um und schickt den Hund mit dem Hörzeichen "Voran" gleich zum Belohnungshappen/Spielzeug. Am Anfang ist die Übung hier beendet, bringen Sie noch keine Unterordnungskommandos in die Übung ein.
Die Distanz wird langsam erhöht. Verwenden Sie zu Beginn immer die gleiche Stelle, an der Sie das voran senden üben. Erst wenn der Hund diesen Teil der Übung ganz sicher beherrscht, üben Sie an verschiedenen Orten.
Das Ablegen auf Entfernung muss getrennt geübt werden. Vorerst muss der Hund das Kommando "Platz" sicher beherrschen. Beginnen Sie mit der Übung z.B. beim Spaziergang: wenn der Hund nur ein zwei Schritte vor Ihnen geht, geben Sie das Hörzeichen "Platz". Falls der Hund sich nicht hinlegen sollte, sind Sie nahe genug, um ihm helfen zu können. Die Distanz zwischen Hundeführer und Hund wird nur sehr langsam gesteigert. Kommt der Hund zu Ihnen, bevor er sich niederlegt, haben Sie die Übung zu rasch aufgebaut. Denn Ziel ist, dass Ihr Hund sich an der Stelle, an der er sich gerade befindet, hinlegt. Erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad also nur langsam!

Wenn er Hund diese beiden Übungen beherrscht, können Sie dazu übergehen, die Übungen zu kombinieren. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Sie legen den Leckerbissen nicht frei auf die Unterlage, sondern halten ihn in einer kleinen Dose verschlossen. Bei der Dose soll sich der Hund dann auf das Hörzeichen "Platz" hinlegen. Sobald er liegt bekommt er schnell den Leckerbissen aus der Dose. Achten Sie darauf, dass Sie so schnell wie möglich beim Hund sind, um ihn zu bestätigen, oder bitten Sie eine andere Person, Ihnen zu helfen.
  • Sie legen gar kein Futter mehr aus, sondern der Hund bekommt das Futter in dem Moment, in dem er sich hingelegt hat. Sie können ihm dazu das Futter zuwerfen oder jemand anderer gibt ihm das Futter.Oder Sie stellen den Hund vor dem Voransenden ab, gehen selbst in die Nähe der Ablegestelle und schicken den Hund voran. Sobald er liegt, sind Sie nahe genug, um ihn rasch zu belohnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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