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Wenn Ihr einen Hund in Eurem Leben aufnehmt, dann steht Ihr am Anfang einer wunderbaren und bereichernden Beziehung, die Euch neue und interessante Einblicke in die Welt des Hundes aber auch Eure eigene bietet. Für ein reibungsloses Zusammenleben, in dem beide Seiten - also Ihr und Euer Hund - Zufriedenheit erfahrt, ist es notwendig, dass Ihr Euch mit Eurem Hund beschäftigt und versteht, wie Euer Hund denkt und wie Ihr ihm etwas lernen könnt. Beispiele für Lernsituationen findet Ihr im Abschnitt kleiner Theoriekurs. Doch bevor Ihr Euch an die konkrete Umsetzung macht, wollen wir Euch hier die 10 Grundregeln der Hundeschulung näher bringen. 1. Bindung aufbauen 2. Motivation erkennen und einsetzen 3. Positive Verstärkung und Belohnung 4. Wie lernt der Hund? Und die Bedeutung von richtigem Timing 5. Hilfen geben 6. Konsequenz und Grenzen setzen 7. Kurzes aber häufiges Training 8. Die Sache mit der Sprache 9. Überfordert Euren Hund nicht, gebt ihm Zeit, zu lernen! 10. Generalisieren - Neue Situation heißt neues Lernen Und das elfte und allerwichtigste Gebot lautet: GEDULD! GEDULD! GEDULD!
1. Bindung aufbauenUm ein gutes, reibungsloses und vor allem ein angenehmes Zusammenleben mit Eurem Hund zu erleben, ist es unerlässlich, dass Ihr eine gute Bindung zu Eurem Hund aufbaut. Gute Bindung heißt, Ihr und Euer Hund fühlt Euch in der gemeinsamen Beziehung wohl und geborgen. Das bedingt, dass Ihr bereit sind, Euren Hund als Lebewesen mit einem spezifischen Charakter zu sehen und seine Eigenschaften zu akzeptieren. Des weiteren müsst Ihr bereit sein, Euch Eurem Hund zu widmen und in soziale Interaktion mit ihm zu treten. ... Klingt alles sehr theoretisch, daher vielleicht noch einmal etwas praktischer. Eine gute Bindung zu Eurem Hund heißt, Ihr bietet ihm die Sicherheit aber auch die Freiheit, die er braucht, um zu einem sicheren und eigenständigen Lebewesen heranzuwachsen. Ihr wisst, was er mag, was er nicht leiden kann; Ihr wisst, was Euer Hund möchte, wenn er Euch anblickt, und Ihr können erahnen, was er in bestimmten Situationen tun wird; Ihr fühlt Euch im Zusammenleben mit Eurem Hund wohl und habt umgekehrt das Gefühl, dass auch Euer Hund in Eurer Gegenwart zufrieden ist und sich sicher fühlt. Man kann sagen, es besteht eine Art unsichtbares Band zwischen Euch und Eurem Hund! Soweit so gut. Doch wie baut Ihr nun eine gute Bindung zu Eurem Hund auf? Dazu müsst Ihr als erstes bereit sein, Euch mit Eurem Hund zu beschäftigen und gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Und das wichtigste, diese gemeinsamen Aktivitäten müssen Euch und Eurem Hund Spaß machen und in angenehmer Atmosphäre stattfinden. Daraus entsteht dann Kennenlernen, Verständnis und Vertrauen ... unerlässliche Zutaten, auf denen eine gute Bindung basiert. Ein Hund, der sich im Zusammenleben mit Euch geborgen fühlt, der wird zu einem sicheren und stabilen Individuum heranwachsen, das mit Neugier aber ohne Furcht an die vielen Anforderungen des Lebens herangehen kann. Und abschließend: Euer Hund ist ein soziales Rudeltier. Diese Veranlagung bedingt, dass Euer Hund automatisch zu Euch eine soziale Beziehung aufbauen will und wird. Ihr brauchen dieses Angebot nur aufnehmen und Euren Teil dieser Vereinbarung erfüllen. Das heißt also, Euer Hund ist geboren, um zu kooperieren, und nicht, um Euch das Leben schwer zu machen. Wenn Ihr also einmal das Gefühl habt, Euer Hund macht Euch gerade etwas zu Fleiß, dann überlegt doch kurz, ob er nicht viel eher einfach nicht weiß, was von ihm verlangt wird, oder Ihr ihm dieses Verhalten unbewusst angelernt habt, oder er eigentlich ohnehin sein Möglichstes probiert! Zum Seitenanfang 2. Motivation erkennen und einsetzenIhr müsst Euch bewusst sein, dass Euer Hund bei allem, was er macht, durch eine bestimmte Motivation angetrieben wird. Das heißt, er möchte mit einem Verhalten etwas Bestimmtes erreichen. Wenn Ihr Eurem Hund nun etwas lernen wollt, dann müsst Ihr ihm etwas bieten, was ihn motiviert, genau das zu tun, was Ihr wollt. Dazu könnt Ihr zum Beispiel Futter oder Spielzeug als Belohnung einsetzen (mehr dazu siehe positive Verstärkung). Wenn Euer Hund an den Übungen kein Interesse zeigt, von allem rundherum abgelenkt ist, dann ist die Motivation, mit Euch diese bestimmte Übung auszuführen, zu gering. Noch viel wichtiger aber ist es, sich der jeweiligen Motivation bewusst zu sein, wenn Ihr Eurem Hund ein bestimmtes Verhalten abgewöhnen wollt! Denn zuerst müsst Ihr verstanden haben, warum Euer Hund gerade dieses bestimmte Verhalten zeigt, was er damit erreichen will. Erst dann können Ihr Euch überlegen, wie Ihr ihm dieses Verhalten abgewöhnen könnt, bzw. darauf achten, dass Euer Hund das, was ihn zu dem Verhalten motiviert, nicht erhält. Wenn Ihr nun mit Eurem Hund etwas üben wollt, dann müsst Ihr eine Atmosphäre schaffen, die motivierend wirkt. Positive Stimmung und entsprechende Motivationsobjekte sind hier unerlässlich. Und versucht, beim Training aufmunternd, auffordernd und aktiv zu sein. Zum Seitenanfang 3. Positive Verstärkung und BelohnungDer Umgang und die gemeinsame Beschäftigung mit Eurem Hund sollte sowohl Euch als auch Eurem Hund immer Spaß und Freude bereiten! Ganz besonders gilt diese Regel in der Ausbildung Eures Hundes! In einer angenehmen Atmosphäre wird Euer Hund gerne und schnell lernen. In unserer Hundeschule arbeiten wir daher mit positiver Verstärkung, das heißt wir belohnen den Hund für ein richtiges Verhalten. Umgekehrt wird unerwünschtes Verhalten ignoriert. Die Lernsituation ist so für den Hund angenehm, und Ihr steht Eurem Hund als Freund und Partner zur Seite. Durch die Belohnung wird dem Hund sofort gezeigt, welches Verhalten richtig war, und dem Hund wird so "Verstehen" und in Folge "Lernen" möglich gemacht. In einer solchen positiven Atmosphäre fühlt sich der Hund sicher, wird zur aktiven Mitarbeit motiviert und sieht die gemeinsame Arbeit mit Euch als angenehmes Erlebnis. Als Belohnung könnt Ihr verschiedenes einsetzen. Grundvoraussetzung ist nur, dass Ihr wisst, was Euer Hund gerne hat, also was für Euren Hund eine Belohnung darstellt. Futter oder Spielzeug sind dabei die üblichen Motivationsobjekte, aber auch andere Dinge können für Euren Hund eine Belohnung darstellen, z.B. Spielen mit anderen Hunden, Folgen einer interessanten Fährte, Bewegung, Kraulen, Zuwendung etc. Ihr müsst aber auch wissen, was Euer Hund nicht mag, um nicht solches als vermeintliche Belohnung einzusetzen. Ein übliches Beispiel dazu wäre das Streicheln des Hundes. Wahrscheinlich gibt es viel mehr Hunde, als man denken würde, denen enger körperlicher Kontakt gar nicht so angenehm ist. Wenn Ihr einen solchen Hund zur Belohnung für eine richtig absolvierte Übung überschwänglich herzt, dann könnte es sein, dass er das nächste Mal dieses Verhalten vermeiden wird, um dem Knuddeln zu entgehen Damit die gemeinsame Beschäftigung für den Hund immer ein positives Erlebnis bleibt, bedenkt folgendes: Beendet eine Trainingseinheit immer positiv! Das heißt, schließt das Training ab, solange die Übungen dem Hund noch Spaß machen und vor allem mit einer Übung, die Euer Hund sicher kann und freudig macht. So behält der Hund die Arbeit mit Euch positiv im Gedächtnis, und Ihr erhaltet Euch und Eurem Hund den Spaß an der gemeinsamen Arbeit. Zum Seitenanfang 4. Wie lernt der Hund? Und die Bedeutung von richtigem TimingEin Hund lernt, in dem er Geschehnisse verknüpft, die gleichzeitig oder unmittelbar hintereinander passieren. Euer Hund ist damit permanent am Lernen, Ihr müsst also nur dieses Lernen in die richtigen Bahnen lenken bzw. nach Euren Wünschen nutzen. So wird Euer Hund ein Verhalten, das ihm in der Vergangenheit öfters etwas Positives eingebracht hat, häufiger zeigen. Und umgekehrt wird er Verhaltensweisen, die ihm mehrmals nicht den gewünschten Erfolg brachten, einstellen. Im Hundetraining solltet Ihr Lob und Belohnung daher so einsetzen, dass der Hund auch richtig verknüpfen kann. Das heißt, im Moment des gewünschten Verhaltens. Der Hund verbindet dann Eure Reaktion mit seiner letzten Handlung. Als Beispiel die Übung "Platz": Ihr gebt das Hörzeichen "Platz", Euer Hund legt sich hin, Ihr reagiert mit einem lobenden Wort wie z.B. "brav" und gebt ihm ein Stück Futter als Belohnung. Euer Hund hat hier gelernt, hinlegen bedeutet Lob und Belohnung. Die gleich Situation anders: Euer Hund steht nach dem hinlegen sofort wieder auf. Ihr wollt ihn für das richtig gezeigte "Platz" loben, das "Brav" und/oder das Futter kommt aber erst in dem Moment, als er schon wieder aufgestanden ist. In diesem Fall habt Ihr das Aufstehen belohnt, also das Gegenteil dessen, was Ihr mit der Übung erreicht wolltet! Achtet daher darauf, dass Ihr den Hund im Moment des gewünschten Verhaltens bestätigt! Wie Euch jetzt vielleicht klar geworden ist, ist das richtige Timing, also die zeitlich präzise Reaktion auf das Verhalten Eures Hundes, das Um und Auf in der Hundeschulung. Leider sind unsere Hunde oft sehr schnell, und wir noch viel öfter etwas zu langsam. Das heißt nun noch nicht, dass alles verloren ist. Einfach beim nächsten Mal darauf achten, dass das Timing wieder passt, um nicht ungewolltes Verhalten zu verfestigen. Und somit wird klar: je öfter wir richtig belohnen, desto schneller wird der Hund lernen! An dieser Stelle auch ein Wort zu negativen Einwirkungen: wie schon oben erwähnt, führt falsches Timing zu falschen und ungewollten Verknüpfungen. Schon allein aus dieser Tatsache heraus wird deutlich, dass negative Einwirkungen und insbesondere Strafe, die zum falschen Zeitpunkt gesetzt werden, fatale Auswirkungen haben kann. Euer Hund verknüpft die Strafe bei falschem Timing mit einem ganz anderen Verhalten, als Ihr wolltet, oder noch viel schlimmer, er kann nicht verstehen, was er überhaupt falsch gemacht hat. Dies führt zu Verwirrung, und Euer Hund weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Was der Hund aber jedenfalls gelernt hat ist, das negative Erlebnis mit Euch zu verknüpfen und so das Vertrauen zu Euch zu verlieren. Negative Einwirkungen kombiniert mit schlechtem Timing kann also das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Hundeführer/in nachhaltig zerstören und sollten daher unbedingt vermieden werden! Abschließend der wichtigste Appell in diesem Zusammenhang: Lobt Euren Hund immer, wenn er zu Euch kommt! Wenn Ihr Euren Hund ruft, und er kommt, wird er immer gelobt - egal was passiert ist, und wie lange er weg war. ZUM FRAUERL/HERRL KOMMEN IST IMMER SCHÖN UND ANGENEHM! Auch wenn Ihr wütend seid! Denn wie schon gesagt, der Hund verknüpft Euer Verhalten mit seiner letzten Handlung. Das Verstehen kausaler Zusammenhänge dürfen wir von unseren Hunden nicht erwarten. Würdet Ihr ihn also schimpfen, wenn er nach einer wilden Jagd schließlich kommt, dann würde der Hund glauben, Ihr seid unzufrieden, weil er gekommen ist. Daran, dass er weggelaufen ist, kann er sich nicht mehr erinnern! Wichtig ist daher auch, dass der Hund nicht immer sofort angeleint wird, wenn er kommt. Er würde verknüpfen: "wenn ich zum Frauerl/Herrl komme, werde ich angeleint und darf nicht mehr laufen". Daher solltet Ihr den Hund während seines Freilaufes immer wieder rufen, loben und wieder freigeben. Zum Seitenanfang 5. Hilfen gebenDa ein Hund vorerst noch nicht weiß, was "Sitz", "Platz" oder "Fuß" bedeutet, müsst Ihr zuerst den Hund dazu bringen, zufällig oder unbewusst das gewünschte Verhalten auszuführen. Ihr könnt den Hund dabei unterstützen, indem Ihr Hilfen gebt. Hilfen können vieler Art sein, vor allem Körpersprache und Sichtzeichen oder Locken mit Hilfe von Motivationsobjekten wie Futter oder Spielzeug, können hier eingesetzt werden. Hilfen ihrerseits müssen für den Hund daher so wirken, dass sie ihn zu einem bestimmten Verhalten motivieren. Diese Anleitung kann Euer Hund verstehen, und er kann auf sie reagieren und dann das erwünschte Verhalten zeigen. Zusätzlich werden dem Hund auch Hörzeichen gelernt, die dann, wenn der Hund verstanden hat, was sie bedeuten, auch als Hilfen eingesetzt werden können. Diese Hörzeichen sind dem Hund allerdings zu Beginn völlig fremd, und er muss erst durch Lernen begreifen, was sie bedeuten. Mehr dazu unter "Die Sache mit der Sprache". Wenn Ihr Eurem Hund also ein bestimmtes Verhalten lernen wollt, gibt es dabei drei Möglichkeiten: 1. Zufällig gezeigtes Verhalten belohnen: in diesem Fall wartet Ihr zum Beispiel, bis Euer Hund sich von selbst also ohne Aufforderung hinlegt, sagt dann Platz und lobt und belohnt Euren Hund. 2. Hilfen geben: in diesem Fall versucht Ihr den Hund durch den Einsatz von Hilfen zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Z.B. Ihr breitet die Arme aus, hockerlt Euch hin und ruft den Hund motivierend. Wenn der Hund kommt, belohnt Ihr ihn. 3. Locken: Z.B. beim "Fuß-Gehen" könnt Ihr dem Hund ein Stück Futter vor die Nase halten, los gehen und den Hund loben, wenn er brav mitkommt. Diese Methode des Lockens ist vor allem ganz am Anfang, wenn der Hund ein neues Verhalten lernen soll, eine erfolgreiche Methode, die schnell funktioniert. Doch sollte das Locken so bald es geht abgebaut und umgewandelt werden in Hilfen wie unter (2) beschrieben. Denn der Hund soll in Erwartung einer Belohnung ein bestimmtes Verhalten ausführen, ohne aber die Belohnung schon zu sehen/riechen. Bleibt man zu lange beim Locken, lernt der Hund nicht wirklich, was er tun soll, sondern wartet immer erst auf das Motivationsobjekt und handelt nicht in Erwartung desselben. So ausgebildete Hunde machen meist ohne Motivationsobjekt gar nichts. Zum Seitenanfang 6. Konsequenz und Grenzen setzenKonsequenz ist wohl eine der wichtigsten Grundregeln! Konsequenz heißt, Ihr stellt im Zusammenleben mit Eurem Hund gewisse Regeln auf und diese werden immer eingehalten. Das heißt, etwas, das für den Hund nicht erlaubt ist, ist immer verboten. Und umgekehrt darf Verhalten, das dem Hund bisher immer erlaubt war, nicht plötzlich bestraft werden. Wenn Euer also Hund zur Begrüßung nicht an Euch hochspringen darf, dann gilt diese Regel immer - nicht nur, wenn er schmutzige Pfoten hat. Und wenn Ihr zu Eurem Hund "Sitz" sagt, dann wird er für ein "Sitz" belohnt und nicht für ein "Platz". Oder wenn Euer Hund an der Leine zieht, bleibt Ihr stehen - immer! Und wenn Ihr die Autotür öffnt, dann muss Euer Hund warten, bis er herausspringen darf. Regeln entstehen ganz automatisch im Zusammenleben mit Eurem Hund, Ihr müsst nur darauf achten, dass diese Regeln konsequent eingehalten werden. Durch Konsequenz geben Ihr Eurem Hund die Chance, dass er versteht, was er darf und was nicht. Aufgestellte Regeln sind dann für den Hund klar und einfach, er kann sie schnell lernen und sich danach verhalten. Inkonsequenz dagegen bedeutet, dass Euer Hund viel länger braucht, um herauszufinden, welches Verhalten von ihm verlangt wird. Zusätzlich wird Euer Hund durch Willkür und Beliebigkeit stark verunsichert und das Vertrauen zu Euch kann darunter leiden. Nur wenn der Hund Regeln kennt und sich auf diese auch verlassen kann, wird er schnell seinen Platz in Eurer Familie finden und ein zufriedener Begleiter werden. Durch das Aufstellen von Regeln und die konsequente Einhaltung dieser lernt Euer Hund außerdem noch etwas: er lernt Grenzen kennen. Das ist wichtig, weil Euer Hund mit dem Gefühl umgehen lernt, dass nicht alles möglich ist, was er gerne möchte. Dadurch wird seine Frustrationstoleranz erhöht, und Euer Hund kann in Zukunft besser mit Situationen umgehen, in denen etwas nicht seinen Wünschen oder Vorstellungen entspricht. Zum Seitenanfang 7. Kurzes aber häufiges TrainingWiederholt Übungen täglich, aber haltet die Trainingseinheiten kurz (5 min.). Ein müder Hund kann sich nicht mehr konzentrieren und ohne Konzentration ist kein Lernen möglich. Vor allem bei Welpen sind die Konzentrationsphasen sehr kurz! Übt in den Trainingseinheiten vor allem jene Aufgaben, die der Hund noch nicht kann, und vermeidet ein ständiges Wiederholen der Teile, die Euer Vierbeiner schon beherrscht. Achtet außerdem immer darauf, dass Ihr während des Übens Zeit habt, sich voll auf Euren Hund zu konzentrieren. Keinesfalls solltet Ihr mit Eurem Hund arbeiten, wenn Ihr keine Zeit oder keine Lust habt. So wie Ihr im Training 100 % Konzentration von Eurem Hund erwartet, so müsst auch Ihr selbst mit voller Aufmerksamkeit dabei sein. Zum Seitenanfang 8. Die Sache mit der SpracheSprache in dem Sinne, wie wir Menschen sie verwenden, ist dem Hund völlig fremd. Dennoch haben Hunde gelernt, die Bedeutung einzelner gesprochener Begriffe zu erlernen. Doch wir sollten uns immer bewusst sein, dass im Rahmen der Mensch-Hund-Kommunikation dies die schwierigste Aufgabe für den Hund ist. Und der Hund wird immer viel mehr Informationen aus unserer Körpersprache lesen, als wir ihm durch Sprache vermitteln können. Für das Erlernen einzelner Begriffe braucht der Hund daher einige Zeit, und die Anzahl der Worte, die ein Hund verstehen kann, ist begrenzt. Wollt Ihr ihm also ein Hörzeichen lernen, dann sollte dieses kurz und klar sein ohne lange Sätze rundherum. Ein Hund kann niemals ganze Sätze verstehen! Auch wenn es den Anschein hat, dass Euer Hund genau versteht, was Ihr ihm erzählt, täuscht Euch nicht. In den meisten Fällen deutet der Hund nur Eure Körpersprache, die Stimmlage und reagiert auf diese. Wenn Ihr in der Ausbildung Eurem Hund ein Hörzeichen lernen wollt, dann bieten sich zwei Möglichkeiten an: Als erstes lernt Ihr dem Hund, dass er auf ein bestimmtes Sichtzeichen oder auf Körpersprache hin ein gewünschtes Verhalten zeigt. Erst wenn Euer Hund das sicher kann, führt Ihr das Hörzeichen ein. Dieses gebt Ihr dann ganz kurz vor dem Sichtzeichen. Also z.B. bei der Übung "Sitz" sagt Ihr "Sitz", führt dann Eure Hand über den Hundekopf Richtung Hundeschwanz. Sobald der Hund sitzt gibt es großes Lob und Belohnung. Warum das Hörzeichen nicht gleichzeitig mit dem Sichtzeichen geben? Hunde neigen dazu bei gleichzeitigem Geben von Hör- und Sichtzeichen die Hörzeichen nicht wahrzunehmen. Die Sichtzeichen überschatten das Hörzeichen. Wenn Ihr aber das Hörzeichen kurz vor dem Sichtzeichen gebt, dann wirkt es als Ankündigung, und der Hund wird schon bald (nach einigen Wiederholungen) auf das Hörzeichen hin das gewünschte Verhalten zeigen. Die andere Möglichkeit ist, dass Ihr, während der Hund in der gewünschten Position ist, das Hörzeichen gebt - nach Einsatz der Sichtzeichen. Also Ihr helft dem Hund durch Sichtzeichen in das "Platz", und sagt dann das Hörzeichen und lobt den Hund. Oder wie unter "Hilfen geben" beschrieben: der Hund legt sich zufällig hin, und wenn er liegt sagt Ihr das Hörzeichen "Platz" und lobt den Hund. Wichtig ist auch, dass Ihr ein Hörzeichen nie mehrmals wiederholt. Wenn Euer Hund auf ein Hörzeichen nicht reagiert, dann hat er meistens die Bedeutung noch nicht verstanden, weil Ihr beim Lernen die Hilfen zu rasch abgebaut habt. Mehrmaliges Wiederholen würde bewirken, dass der Hund lernt, dass das Hörzeichen keine Bedeutung hat, oder dass es erst nach mehrmaliger Wiederholung Bedeutung erlangt. Beides ist nicht beabsichtigt. Vielmehr wollt Ihr einen Hund, der auf das erste Hörzeichen hin das gewünschtes Verhalten zeigt! Gebt Eurem Hund also Zeit, zu lernen, und baut die Hilfen nicht zu schnell ab! Wenn Euer Hund später dann einmal auf ein ihm bekanntes Hörzeichen nicht reagiert, dann helft ihm entweder durch körpersprachliche Hilfen, oder brecht Sie die Übung ab und beginnen ganz neu. Und bedenkt: Hunde sprechen auf die unterschiedlichen Tonlagen intensiv an. Bemüht Euch daher beim Training aufmunternd, auffordernd und aktiv zu wirken. Mit einem einschläfernden "Einheitstonfall" werdet Ihr den interessiertesten Hund bald langweilen. Außerdem versteht ein Hund Lob- und Tadelworte nur durch den Tonfall. Ein lautes, scharf gesprochenes "brav" wird er als Tadel verstehen. Zum Seitenanfang 9. Überfordert Euren Hund nicht, gebt ihm Zeit, zu lernen!Ihr müsst Euren Hund so gut kennen, dass Ihr wisst, wie viel Hilfen er in der gegenwärtigen Phase des Trainings benötigt. Hört bei der Ausbildung aus Ehrgeiz nicht zu früh auf, Hilfen zu geben. Verlangt schwierigere Aufgaben erst, wenn Euer Hund die einfacheren Übungen dazu wirklich beherrscht. Denn wenn Ihr zu schnell zu viel verlangt, ist Euer Hund rasch überfordert und verunsichert, und Ihr könnt wieder ganz von vorne beginnen. Auch kann es immer wieder passieren, dass Euer Hund Übungen, die er schon gut konnte, plötzlich nicht mehr oder nur sehr unsicher ausführt. Solches Verhalten ist Teil eines Lernprozesses! Scheut Euch in solchen Situationen nicht, eine Stufe zurück zu gehen und den Hund wieder mit allen nötigen Hilfen zu unterstützen, auch wenn er diese schon lange nicht mehr brauchte. Meistens zeigt der Hund solches Verhalten nicht aus Berechnung, sondern aus Unsicherheit. Falscher Ehrgeiz wäre daher an dieser Stelle völlig fehl am Platz! Wenn Ihr dem Hund etwas lernen wollt, dann unterteilt die Übungen in möglichst kleine und einfache Einheiten. So könnt Ihr gerade am Anfang jedes richtig ausgeführte Verhalten sofort bestätigen. Überfordert Euren Hund nicht mit langen Übungen, die aus mehreren Teilen bestehen. Später, wenn Euer Hund die einzelnen Schritte beherrscht, könnt Ihr dazu übergehen, mehrere Teile zu kombinieren. Aber Achtung: übt niemals immer die gleichen Kombinationen! Der Hund erkennt ein Schema sehr schnell und beginnt möglicherweise, Zwischenteile schlampig auszuführen oder ganz auszulassen, um schneller ans Ende und so zur Belohnung zu kommen. Z.B. bei der Übung "Hereinrufen": Ihr ruft den Hund, lasst ihn vorsitzen und anschließen in Grundstellung gehen - das sind 3 einzelne Übungen. Wenn Ihr diesen Ablauf beim Hereinrufen immer gleich gestaltet und den Hund vielleicht auch immer nur am Ende in der Grundstellung lobt, könnte es sein, dass er bald nicht mehr vorsitzt, sondern gleich in Grundstellung geht. Stattdessen: variiert den Übungsablauf, auch wenn Euer Hund eine Aufgabe im gesamten Ablauf gut kann. Übt abwechselnd immer nur Teilstücke der Übung, beendet Übungen immer an anderen Stellen etc. So behält Euer Hund die Freude am Üben und ist mit voller Konzentration bei der Sache. Denn es kommt immer anders, als er denkt! ... und das macht das Training spannend und aufregend! Zum Seitenanfang 10. Generalisieren - Neue Situation heißt neues LernenÜbungsplatz ist überall. Übt daheim, im Garten, im Feld, im Wald und in der Stadt, in Anwesenheit anderer Hunde, anderer Menschen aber auch ganz alleine. Denn Hunde verknüpfen ein erlerntes Verhalten immer mit der jeweiligen Umgebung. Das heißt, übt Ihr immer nur alleine im Wohnzimmer, und Euer Hund zeigt dort ein perfektes "Platz", so wird er Euch möglicherweise völlig ratlos ansehen, wenn Ihr von ihm ein "Platz" im Wald oder auf der Einkaufstrasse verlangt. Es ist auch wichtig, dass Ihr mit Eurem Hund die verschiedenen Positionen wie "Sitz", "Platz" oder "Steh" nicht nur immer mit Blick zu Eurem Hund übt. Denn es kann passieren, dass wenn Ihr später einmal neben dem Hund stehend ein "Sitz" von ihm verlangt, er von Euch abweicht und die Position gegenüber von Euch einnimmt. Zum Seitenanfang Und das elfte und allerwichtigste Gebot lautet: GEDULD! GEDULD! GEDULD!Werdet nie ungeduldig, erhaltet Euch und Eurem Hund den Spaß an der gemeinsamen Beschäftigung! Bedenkt immer, dass Euer Hund nie mit Vorsatz falsch handelt, sondern in den meisten Fällen sein Bestes versucht, Euer Verhalten zu deuten, und Euch zu verstehen. Bevor Ihr also an einem stressigen Tag die Nerven verliert und dadurch die Arbeit von Wochen zunichte macht, beendet die Trainingseinheit mit einer Übung, die der Hund gut kann, und schaltet einen Beruhigungsspaziergang ein.
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